Momente in Hafenmuseum

Von Pálma Varga und Anette Spirnhirn

Am 15.04.2012 waren wir im Hafenmuseum in Hamburg, wo sich viele Kuriositäten unseren Augen dargeboten haben. Lange Zeit haben wir dort verbracht. Mindestens 2-3 Rundgänge haben wir gemacht und uns alles angesehen. Viele interessante Sachen haben wir gefunden, anhand von Fotos und Bildern haben wir erfahren, welche unterschiedlichen Berufe es am Hafen gab, welche Kleidungen die ArbeiterInnen getragen haben und was zu ihren Aufgaben zählte.

Die Geschichte des Hafens reicht lange zurück (vgl. http://www.rettet-die-elbe.de/1kapitel/ 14hafen.htm) Seit 1986 sammelt das Museum der Arbeit zahlreiche Exponate aus der Geschichte des Schifffbaus. Es besteht aus einem Schaudepot im denkmalgeschützten Kaischuppen 50A. Die Schuppen der 50er Reihe waren in ihrer Zeit die größten Lager- und Verladehallen des Hamburger Hafens. Seit 2001 setzt sich eine Stiftung, die ihren Sitz in Hamburg hat, für den Erhalt des Mueums ein.                                                                           

Im Innen- und Außenbereich des Ausstellungsbereichs werden Geräte und Arbeitsutensilien gezeigt. Neben den technischen Komponenten wird auch auf die Veränderungen im Bereichder Hafenarbeit hingewiesen und dar Alltag der ArbeiterInnen dargestellt.

http://www.hafenmuseum-hamburg.de/das_museum.htm

Blog-Workshop / 9.04.2012

Von István Kanál

Am ersten Tag der Reise haben wir uns in den Räumlichkeiten der Humboldt-Universität mit Viktor Nübel getroffen. Er ist Grafiker und eine seiner Arbeiten besteht aus dem Blog zu „Los Superdemokraticos“.  

Im Workshop mit Viktor lernten wir, wie man bloggt. Mit Hilfe von WordPress haben wir unseren Blog „Heiner Monroe“ initialisiert. Viktor hat uns auch gezeigt, wie wir den Blog weiterentwickeln können. Wir lernten, wie man diesen ohne tiefergehende informatische und programmiertechnische Kenntnisse benutzt. Als Generation, die in der Welt von Facebook aufwächst, können wir uns neues Wissen über soziale Netzwerke schnell aneignen. Mithilfe von Viktors Informationen können wir unseren Blog leichter, besser und präziser bearbeiten und aktualisieren – auch aus diesem Grund war es wichtig, am Ostermontag den Workshop zu besuchen.

East Side Gallery / 12.04.2012

Von Pálma Varga

Nach einem langen Arbeitstag blieb uns noch ein wenig Freizeit. Wir entschieden uns dafür, die in Nähe des Ostbahnhofs gelegene East Side Gallery zu besuchen. Es handelt sich dabei um eine sogenannte „Open Air“- Galerie, die aus einer ungefähr 1 Kilometer langen Wand – die erhalten gebliebenen Reste der Berliner Mauer – besteht.

An den Wänden kann man sehr viele künstlerische Kreationen sehen. An Teilen der Mauer gibt es kunstvolle, vielsagende und auch weniger vielsagende Bilder und Graffitis von KünstlerInnen aus aller Welt, darunter abstrakte Zeichen, kurzweilige Karikaturen und ebenso einzigartige Kunstwerke. Wir entdeckten dort ebenso mehrere Darstellungen von ungarischen KünstlerInnen. An anderen Teilen der Mauer kann man hingegen Bilder erkennen, die im subkulturellen ‚Underground‘ entstanden.

Trotz des kalten Windes und unseres Hungers fotografierten wir die Wunderwerke auf der Mauer mit großer Begeisterung. Eine wenig zuvorkommende Graffiti-Truppe an der anderen Seite der Mauer deutete, heftig gestukulierend, an, dass wir sie besser nicht fotografieren sollten. Anette und ich näherten sich dieser dennoch an, führten ein kleines Gespräch und probierten sogar das Skateboard von einem der Sprayer aus. Selbstverständlich blieb er inkognito – schließlich ist der ,Underground’ eine geheimnisvolle Welt!

Die Schöpfungen an den Wänden, an die ich mich gut erinnern kann, finde ich überwältigend. Vielen Dank an die East Side Gallery Berlin!

Berliner Unterwelten

Von Anita Zöld

Auf den  Programmpunkt „Berliner Unterwelten“ haben wir uns im Vorfeld der Reise am meisten gefreut. Trotz vorangegangener Befürchtungen erwarteten uns dort keine Spinnen oder Ratten und ebenso wenig brauchten wir einen Schutzanzug. Es gab zwei Fremdenführer, die sehr um uns bemüht waren und darauf achteten, dass keine/r aus der Gruppe verloren ging.

Ehrlich gesagt – ich habe ein wenig gezittert. 90 Minuten lang unter der Erde zu sein – so versprach es das Programm –  klingt nicht nur spannend, sondern auch ein wenig bedrohlich. Zuerst haben wir alte Toiletten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gesehen und Worte dafür kennengelernt, die wir zuvor noch nie hörten. Nach und nach ging es tiefer unter die Erde. Es wurde immer kälter. In mir wuchs das Gefühl der Klaustrophobie, während über unseren Köpfen die U-Bahn fuhr. Fluoreszierende Wände dienten in den finsteren Räumen oftmals als einzige Lichtquellen, sie nahmen mir die Angst vor der Dunkelheit.

Die unterirdischen Räume, die wir sahen, dienten während des Zweiten Weltkriegs als Bunker. Nach Auskunft der MitarbeiterInnen der Berliner Unterwelten schützten diese die Menschen im Fall eines Bombenangriffs zwar nicht, gaben ihnen aber das Gefühl der Sicherheit. Einige Räume waren so ausgestattet, als ob noch Menschen in ihnen lebten. Wir fanden dreistöckige Betten mit Decken vor, auf denen Koffer lagen.

In den Räumen, die wir besichtigten, war für Menschen nur wenig Platz vorgesehen. Es gab Räume, in denen Relikte aus der Kriegeszeit – Stiefel, Helme, Handschuhe, Geschirr, Kleidungstücke und Zahnprothesen – in Vitrinen standen. Insbesondere die Frauen waren während der Kriegszeit sehr kreativ – sie mussten es sein – und machten aus Helmen Gefäße für Teig und aus alten Felgen Schuhsohlen. Es war sehr interessant in diesen Räumen spazieren gegangen zu sein und dadurch etwas über die Zeit des Zweiten Weltkriegs erfahren zu haben. Alles faszinierte uns, was wir gesehen haben. In den Geschichtsbüchern konnten wir darüber nie etwas lesen.

Arbeit im Archiv / Hamburger Institut für Sozialforschung

Von Anita Zöld

Im Hamburger Institut für Sozialforschung haben wir am letzten Tag der Reise 8 Stunden verbracht. Alle hatten ein selbstgewähltes Thema, zu dem sie forschen und anschließend ein kleines Referat halten sollten. In den ersten paar Stunden haben wir unser Thema festgelegt. Es gab sehr viel Material. Aus diesem Grund fiel es uns sehr schwer, uns für ein einziges Thema zu entscheiden.

Ich und meine Mitstudentin Judit haben zu einem Thema recherchiert, das im Zentrum von Judits Abschlussarbeit stand. Es war der Amoklauf in Erfurt im Jahr 2002. Judit hat ihre BA-Arbeit zum Thema „Gewalt in der Schule“ geschrieben. Sie recherchierte in diesem Zusammenhang zu Amokläufern und Amokläuferinnen in Schulen, fand in Ungarn dazu aber kaum Material. Im Hamburger Archiv gab es zu diesem Thema sehr viele Zeitungs-artikel und weiterführende Analysen. Für mich war es interessant, mehr Informationen zu den sozialpsychologischen Hintergründen von Amokläufern zu bekommen. In einem Artikel der Berliner TAZ fanden wir folgende Aussage:

 „Amokläufe geschehen nie spontan, sie haben eine längere Vorgeschichte.“

Amokläufer inszenieren ihren Selbstmord. Inszenierter Selbstmord bedeutet, dass der Täter oder die Täterin sich eine Bühne für seine/ihre Tat schafft. Nach Auskunft von Psychologen und Psychologinnen gibt es im Fall eines Amoklaufes zwei unterschiedliche Szenarien. Beim ersten Szenario sucht der/die TäterIn bestimmte Orte wie etwa Schule und Betrieb auf, um sich gezielt an bestimmten Personen zu rächen. Im Fall des zweiten Szenarios ist die Auswahl der Opfer beliebig. In diesem Fall tötet ein/e AmokläuferIn wahllos Menschen, zu denen er/sie keine persönliche Beziehung hat.

Das Motiv der/des AmokläuferIn bleibt meistens unklar. Er/sie fühlt sich innerlich bedroht und ist zumeist stark beziehungsgeschädigt. Der Meinung eines Traumapsychologen zufolge mangelt es einem späteren Amokläufer an familiärer Stabilität und Selbst-wertgefühl. Unsicherheit und das ständige Gefühl der Bedrohung schlagen irgendwann in Aggressionen und Gewalt um. In Erfurt wurde der Tag der Tat zum Tag der kollektiven Trauer. Es ist ein Tag der Solidarität mit den Opfern, vermittelt wurde folgende Botschaft: „Wir müssen alle aufeinander aufpassen.“

Forderungen lesbischer Frauen / FU Berlin

Von Anette Spirnhirn

Dieses Foto wurde am 10. April 2012 an der Freien Universität zu Berlin (FU) gemacht. Die Freie Universität Berlin, die am 4. Dezember 1948 gegründet wurde, wurde von amerikanischen Alliierten und Berliner Politiker und Politikerinnen finanziell unterstützt. Dort sollten Studierende und Wissenschaftler ihren Kenntnissen und Bedürfnissen folgend lernen, lehren und forschen. Diese Universität hat viele Gebäude, unter anderem das Meteorologische Institut, das Kaiser-Wilhelm- Institut (KWI), das heute den Namen Hahn- Meitner-Bau trägt und das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (http://www.fu-berlin.de/forschung/profil/index.html).

Auf den ersten Blick wirft das in einem Gang der FU aufgenommene Foto Fragen auf, die in Ungarn für ‚peinlich’ befunden werden. Ein interkultureller Unterschied zwischen Deutschland und Ungarn besteht darin, dass in vielen deutschen Städten Homosexualität akzeptiert wird, während dies in Ungarn noch nicht der Fall ist. Heutzutage gibt es viele Probleme mit dem Thema Homosexualität – nur in wenigen mittel- und südosteuropäischen Ländern wird diese als Lebensform akzeptiert. Weibliche und männliche Homosexuelle versuchen und versuchten auch aus diesem Grund für mehr Toleranz, ihre Lebensform betreffend, aufzutreten. Das Foto, das aus den 1970er Jahren stammt und im Zusammenhang mit den damaligen Studierendenrevolten gemacht wurde, macht sichtbar, dass lesbische Frauen dieselben Rechte im Bereich von Bildung und Forschung haben möchten wie heterosexuelle Menschen. Gleichstellungsbestimmungen haben sich dahingehend positiv ausgewirkt – Respekt für Deutschland!

Führung durch den Deutschen Bundestag

Von Timea Görög

Am Freitag besuchten wir das deutsche Parlament, was sehr interessant aber gleichzeitig auch ein bisschen anstrengend war. Im Rahmen der etwa 3 Stunden lang dauernden Führung besichtigten wir viele Raume des Bundestages. Diese Räume waren unter anderem Sitzungszimmer von Parteien wie CDU, SPD, Die Linke und Die Grünen.

Auch Kunstwerke waren ausgestellt, über die unser Fremdenführer ganz viel erzählte.  Die letzte Station war die Kuppel von Sir Norman Foster, auf die bereits zu Beginn der Führung alle gewartet hatten. Dort verbrachten wir viel Zeit und machten Fotos von der schönen Landschaft. Die Architektur des Reichstagsgebäudes faszinierte mich: Von Außen wirkte es auf mich wie ein Schloss, von Innen aber war es ganz modern.

Gender Studies / ZtG Berlin

Wir waren sehr gespannt auf den Workshop mit Kathleen Heft und Urmila Goel, der am Institut für transdisziplinäre Geschlechterforschung  (ZtG) der Humboldt Universität zu Berlin stattfand. Wir hatten schon Vorkenntnisse zum Thema Gender: Im Vorfeld lasen und diskutierten wir einen Text von Judith Butler. Zuerst wurden wir von der Institutsleiterin Dr. Gabriele Jähnert empfangen, dann wurde das komplexe Thema Gender für uns im Rahmen eines Workshops aufbereitet. In der ersten Hälfte des Vortrags sprach Urmila Goel über ihr  Forschungsgebiet. Sie erklärte uns, was die Unterscheidung zwischen den Kategorien Gender und Sex ist und warum diese Unterscheidung für die Geschlechter-forschung wichtig ist. Nach einer kurzen Mittagspause setzte das Program mit dem Vortrag von Kathleen Heft fort. Ihre Themen waren Orient und Okzident und die Lage der Frauen in der DDR. Die zwei Vorträge dauerten etwa vier Stunden lang und waren sehr interessant.  Am Vormittag machten wir einige interessante Übungen zur Auflockerung.  Es war sehr lehrhaft und wir lernten viele interessante Dinge, die alltäglich sind, aber von uns bisher nicht bemerkt wurden.

Stadtspaziergang 1

Spaziergang im Abendlicht / 10.04.2012

Von Timea Görög

Nach einem anstrengenden Tag mit vielen verschiedenen Veranstaltungen hatten wir endlich die Möglichkeit, die Sehenswürdigkeiten von Berlin zu besichtigen.  Da wir die Stadtbesichtigung am Abend unternahmen, bekamen wir ein ganz besonderes Bild der Hauptstadt. Vom Hostel aus fuhren wir mit der U-Bahn bis zum Alexanderplatz und begannen von dort aus unseren Stadtbummel. 

Wir betrachteten den berühmten Fernsehturm, den Berliner Dom und die Straße unter den Linden. Entlang dieser Straße befinden sich die Museuminsel, die Staatsoper, verschiedene Denkmäler und Botschaftsgebäude, unter anderem auch die ungarische. Unter den Linden endet am Brandenburger Tor. 

Wir waren schon sehr müde, deshab gingen wir bald zum Hostel zurück. Der Stadtspaziergang war wunderschön, es war für uns ein tolles Erlebnis!

Die Neue Frauenbewegung

Von Anette Spirnhirn

Am 17. April 2012 waren wir im Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Wir haben zu Themen recherchiert, die uns selbst am nächsten standen. Ich haben das Thema der  Neuen Frauenbewegung gewählt, weil ich dachte, dass dies auch heute noch ein aktuelles Thema ist.

Ein wichtiges Kapitel innerhalb der Geschichte der Neuen Frauenbewegung begann am 13. September 1968. An diesem Tag wurde eine Tomate von der Romanistik-Studentin Sigrid Rüger auf dem Frankfurter Bundeskongress des West-Berliner Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) geworfen.

An diesem Tag fanden ebenso Sit-Ins von Frauen statt, die es sich zum Ziel erklärt hatten, die Befreiung der Frau von der einengenden Geschlechtsrolle und die Abschaffung ihrer ökonomischen Diskriminierung durchzusetzen. Ihr kulturrevolutionäres Ziel war unter anderem auch die Unabhängigkeit von männlichen Blicken. Sie trafen sich regelmäßig im Republikanischen Club in Berlin. Erstmals fand dieses Treffen in den Januartagen des Jahres 1968 statt und wurde im Vorfeld mithilfe von Mund-zu-Mund-Propaganda und Flugblättern bekannt gemacht. Einem Flugblatt ist folgender Text zu entnehmen:

„Wir treffen uns zum ersten Mal am 26. 01. 1968 um 20 Uhr Hörsaal B in der Freien Universität, Henry-Ford-Bau. Im Zusammenhang damit werden sich Projektgruppen bilden, die die soziologische, psychologische, ökonomische und sexuelle Situation der Frau untersuchen, um Möglichkeiten für politische Aktivität zu schaffen.“

Das erste Flugblatt, das von Lena Conradt, Marianne Herzog, Dorothea Ridder, Sigrun Fronius, Helke Sander, Marlies Schäfer, Ellynor Geiger und Doris Herzog verfasst wurde, sollte alle Frauen ansprechen und beinhaltete unter anderem die Forderung nach antiautoritärer Kindererziehung. Es gab so genannte Rundbriefe, in denen der Zeitpunkt des nächsten Treffens festgelegt wurde. Darin wurden ebenso weitere Ziele und bisherige Ergebnisse diskutiert. Der Aktionsrat zur Befreiung der Frauen organisierte Arbeitskreise und Aktionsgruppen. Dieser hatte das Ziel, bestimmte aktuelle Fragestellungen anzugehen.

Die Arbeitskreise waren wie folgt gegliedert und setzten sich mit folgenden Themen auseinander: 

  • AK 1: Die Erziehung zum weiblichen Rollenverhalten
  • AK 2: Die Funktion der Ehe und Familie für die Gesellschaft, bes. in Bezug auf die Frau
  • AK 3: Die ökonomische Abhängigkeit der Frau
  • AK 4: Die Lage der Studentinnen
  • AK 5: Die Diskriminierung der Schülerin in unserer Gesellschaft
  • AK 6: Das Bild der Frau in der Presse
  • AK 7: AK der Kindergärtnerinnen
  • AK 8: AK über Kinderbücher
  • AK 9: Die Rolle der Frau in der Revolution
  • AK 10: Sublime alltägliche Repressionsformen gegen die Frau
  • AK 11: Die rechtliche Situation der Frau und Straffälligkeit der Frauen
  • AK 12: Medizinische Aspekte der Lage der Frau
  • AK 13: Sexuelle Probleme der Frau
  • AK 14: Modell des FU-Kindergartens
  • AK 15: Umfunktionalisierung von Berliner Häusern, Vorbereitung von Kommunen
  • AK 16: Die politischen Aktivitäten der Frau
  • AK 17: AK Antiautoritäre Erziehung

A.    Untergruppe 1: Psychoanalyse des Kindes

B.    Untergruppe 2: Familiensoziologie und Familienpolitik

C.    Untergruppe 3: Staatliche Kindererziehung und Erziehungsausbildung

D.    Untergruppe 4: Autoritäre Erziehung und Klassengesellschaft

E.     Untergruppe 5: Modell einer Gegenschule

  • AK 18: Öffentlichkeitsarbeit des Aktionsrates der Frauen
  • AK 19: Psychologische Beratung des Aktionsrates der Frauen

 Aktionsgruppen:

  • AG 1: Gruppe, die die Motivation derer untersucht, die mittwochs (bisher) kommen
  • AG 2: Gruppe, die sich um Schulkinder kümmert
  • AG 3: Gruppe, die in schon bestehenden Frauenkreisen agitiert
  • AG 4: Gruppe Psychologische Beratung

„Ziele der antiautoritären Erziehung“

Wie ich schon erwähnt habe, beschäftigte sich eine Gruppe mit dem Thema der antiautoritären Kindererziehung. Dazu bedarf es einer Definition: „Autorität“ bedeutet meiner Meinung nach, dass Einflussnahme auf Personen durch Intrigen, machtgeladene Beziehungen und Gewalt stattfindet. „Autoritäre Erziehung“ wäre folglich der Einfluss von Personen oder Personengruppen auf einen sich entwickelnden Menschen mithilfe von Mitteln wie etwa Befehlen. „Antiautoritäre Erziehung“ ist hingegen eine Erziehung, die Autorität ablehnt: Man kann auf andere nur Einfluss ausüben, indem man sich ernsthaft und glaubwürdig demokratischer Spielregeln bedient und dadurch zum Vorbild wird.

Es gibt verschiedene Erziehungsziele: ‚Selbstbewusstsein’ sollte eines davon sein. Nur wenn ein junger Mensch eigenständig seinen Platz in der Gesellschaft finden kann, entwickelt sie/er eine Persönlichkeit. Es ist wichtig für ein Kind, sich vom Erzieher zu ‚emanzipieren’, wobei Kinder und Eltern zu Beginn kooperieren müssen.  Ein Kind wird im Rahmen der antiautoritären Erziehung als eigenständiger Mensch betrachtet, der frei entscheiden kann und die Konsequenzen seiner Entscheidungen tragen kann. ‚Politik’ spielt ebenso eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Kinder sollen nicht nur lernen, sondern die gesellschaftlichen Beziehungsgefüge und Institutionen kritisch überprüfen und dadurch aktiv an der Beseitigung gesellschaftlicher Missstände teilhaben. Unter anderen muss ein Kind für Kritik offen bleiben, das nennt man ‚Kritikfähigkeit’.