Lesetresen, 9.04.2012

Von Pálma Varga

Unsere kleine Gruppe war erschöpft von der langen Zugfahrt. Dennoch spazierten wir noch am Abend desselben Tages durch die Straßen des Berliner Bezirks Wedding. Nach kurzer Zeit kamen wir bei einer winzigen Kneipe an: ‚Café Cralle’. Von Außen schimmerte das Licht der auf den Tischen herumstehenden Kerzen durch die Fensterscheibe.

Wir betraten den Raum. Dämmerlicht. Ruhige Musik war zu hören, fremde, aber lächelnde Menschen nahmen unsere Anwesenheit wahr. Wir nahmen Platz, anschließend wurde es plötzlich sehr still. Zwei Männer, die uns begrüßten, tauschten in Nähe des Tresens ihre Gedanken laut miteinander aus und leiteten damit eine Veranstaltung mit dem Namen ,Lesetresen’ ein. Anfänglich fanden wir sie ein wenig komisch, sie erinnerten uns ein bisschen an Stan und Pan.

Lustige Stimmung herrschte nach kurzer Zeit. Wir hörten den Erzählungen unserer Studienkolleginnen zu, die am Tresen ihre Texte vorlasen. Sie waren nachdenklich. Anette, die die ganze Zeit über neben mir saß, hatte währenddessen einige künstlerische Einfälle. Ich weiß nicht, woran das lag – vielleicht inspirierten sie die Gemälde an der Wand oder ein Bier mit dem Namen ,Lammbräu’ und 4,9% Alkoholgehalt. Keine Ahnung, jedenfalls wurde das daraus:

Ein Abend im Café Cralle

Im Café Cralle gab es eine Lesetresenzeit                                                                         eine Zeit, in der es um das ‘Schweigen und Zuhören’ ging                                                  Die Musik war fein,die Menschen waren freundlich, das Bier gemütlich…

Der Raum war voll mit Zigarettenrauch, aber das war mir egal,                                           weil ich die Stimmung mochte.

Die Wirtin war eine griechische Frau,die Zitrone zum Bier gesucht hat,                                 aber es gab keine. Stattdessen waren die Wände voll mit Gemälden.

Dieser Ort hat mir etwas gegeben, das ich mochte.                                                      Ruhe, Anerkennung für Intellektualität                                                                                  und das Wichtigste: Ein Erlebnis, an das ich mich immer erinnern werde.

(A.S.)

Vielen Dank an Hinark Husen & Janoph Antenna, die OAED-Lektorin Barbara Eder und den Dozenten Sándor Trippo sowie an die Gruppe und den DAAD…

Lesetresen – Lesungen & Texte

Laura Somogyi

Ich war schon in relativ vielen Ländern. Es kann sehr positiv sein, wenn wir dort andere Erfahrungen machen. In anderen Ländern habe ich glücklicherweise nur wenige negative Erfahrungen gemacht. Ich habe oft darüber nachgedacht, ob es in einem fremden Land für Frauen oder für Männer einfacher ist. Wenn wir nur Touristen sind, denke ich, ist das meistens egal. Wie aber ist es, wenn wir in einem fremden Land leben? Männer bekommen leichter Arbeit und sie bekommen für diese Arbeit auch mehr Geld. Gegen den feministischen Anspruch auf Gleichheit ist das allemal. Wem aber, einer Frau oder einem Mann, wird früher geholfen, wenn sie oder er sich verläuft? Ich meine, dass es Frauen sind, mit denen.Menschen im Ausland herzlicher umgehen als mit Männern.

Ich habe das zuerst in Italien erfahren. Die Straßen sind dort voll von Amorosos. Diese Männer machen den Frauen den Hof. Die Amorosos pfeifen immer, schicken Küsse und singen Liebessongs. Nach ein paar Tagen ist das sehr nervtötend. In den ersten zwei bis drei Tagen fühlen Frauen sich wegen dieser Form des Minnesangs oftmals geschmeichelt. Schnell kann man jedoch herausfinden, dass italienische Männer sich allen Frauen gegenüber so verhalten.                    

Nicht in jedem Land verhalten sich Männer gegenüber Frauen zuvorkommend. In den arabischen Ländern haben Frauen eine sehr schwierige Lage. Man hört immer davon, wie gefährlich es ist, als Frau in ein arabisches Land zu fahren. Ich aber habe das Gegenteil erlebt. In Tunesien gehen Menschen mit ihren Müttern beispielsweise sehr höflich um. Wenn ich an meine Rumänienreise denke, fällt mir auch etwas ein. Ich war in Großwardein in einem kleinen Geschäft. Ich wußte nicht, ob der Verkäufer ungarisch spricht oder nicht. So versuchte ich ungarisch zu sprechen. Der Mann antwortete nicht, aber ich merkte, dass er mich verstanden haben musste, weil ich meine Ware bekommen hatte. Mein Aufenthalt in Rumänien dauerte nicht so lange, deshalb kann ich nicht sagen, ob das abweisende Verhalten des Verkäufers im Geschäft ein Einzelfall war oder ob die Menschen in Rumänien ungarische Leute generell mit Ablehnung begegnen. Ich denke nicht.

Ein beliebtes Rieseziel für Ungarn und Ungarinnen ist Bulgarien. Die dortige Situation hat mich sehr überrascht. Im Hotel waren die Bulgaren und Bulgarinnen sehr nett, bis sie herausgefunden haben, dass wir Ungarn sind. Mit Menschen aus dem „blonden Norden“ gingen sie indes immer sehr freundlich um. Sie lassen mehr Geld in einem Restaurant oder in einer Bar. „Die Ungarn sind geizig, sie haben nur wenig Geld. Mit ihnen müssen wir nicht das Spiel der Schmeichelkätzchen spielen“, denken die Bulgaren und Bulgarinnen. Das war für mich eine große Enttäuschung.

In Kroatien gibt es ein ähnliches Phänomen. Dort gibt es nicht mit dem Geld Probleme, sondern mit zu vielen Touristen. Auf Plakaten und im Fernsehen hört man immer: „Kroatien wartet auf dich“. Na ja, Kroatien vielleicht, aber die dortige Bevölkerung sicher nicht. Anders in Griechenland. Dort wurde eine ganze Branche für ungarische Touristen aufgebaut. Ein ungarischer Tourist ist für Griechen und Griechinnen ein Dukatenesel. Sie tun alles, damit man sich gut fühlt und in Zukunft wieder kommt.

Wie aber ist die Lage für Ungarn und Ungarinnen in deutschsprachigen Ländern? Ich war noch nie in der Schweiz, aber schon in Österreich und in Deutschland. Als ich das erste Mal in Österreich war, erschienen mir die Menschen sehr freundlich. Vor einem Jahr war ich das zweite Mal in Österreich, in Wien und in Salzburg. Wieder täuschte ich mich nicht. Der Kellner grüßte mit „Jó estét“ beim Abendessen und ich fragte ihn, woher er wisse, dass wir Ungarn sind. Er antwortete: „Ich erkenne das“ und lächelte.

Man muss nicht ins Ausland fahren, wenn man auf „Fremdes“ treffen möchte. Dass es hier in Ungarn Menschen aus arabischen, asiatischen und afrikanischen Herkunftsländern gibt, fällt  mir aber eigentlich gar nicht mehr auf. Es sind Menschen wie du und ich. Allgemeine Eigenschaften gibt es nicht. Vor allem aber gibt es eines: Vorurteile und Stereotypen.

Anita Zöld

Ich war insgesamt drei Mal im Ausland, das war im letzten Jahr. Zuerst war ich in der Slowakei. Die ganze „Reise“ dauerte fünf Minuten, weil wir nur über die Brücke am Ipoly-Fluß zu gehen brauchten und schon in der Slowakei waren. Es war ein großartiges Erlebnis nur ein paar Tritte zu machen und ohne Grenzkontrollen schon in einem anderen Land zu sein. Dort aber habe ich zu Beginn niemanden getroffen und auch mit niemandem gesprochen.

An der slowakischen Grenze habe ich beim Abendessen eine Slowakin kennengelernt. Sie sprach ungarisch, ihre Aussprache mit stark slowakischem Akzent fand ich süß. Diese Frau spülte das Geschirr mit kaltem Wasser, die Teller und Gläser blieben deshalb schmutzig und voller Fettränder. Sie hat auch noch andere Dinge „umgekehrt“ gemacht. Ich fragte meinen Bekannten, warum sie sich die Sache nicht einfacher macht und mit warmem Wasser spült. Ich bekam die Antwort: „Was erwartest du von ihr? Sie ist ein dumme Slowakin!“ Ich entgegnete, dass das eine schlechte Verallgemeinerung sei, aber mein Bekannter und die anderen waren überzeugt, dass dies die Wahrheit sei. Die Ungarn und Ungarinnen, die an der slowakischen Grenze leben, haben zumeist viele Vorurteile gegenüber Slowaken und Solwakinnen.

Im letzten Jahr war ich auch für drei Tage in Wien. Am Ende der Reise hörte ich aufgrund der hohen Anzahl an Touristinnen und Touristen in der Stadt mehr ungarische Wörter als deutsche. In Wien hatte ich die Chance mit Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen zu sprechen. Ich versuchte es in einem Souvenirgeschäft, wo der Verkäufer sehr nett und sympathisch war, aber ich hatte keinen Mut zu sprechen. In den Museen erschien mir die Aussprache der Fremdenführer und Fremdenführerinnen ein bisschen ungewöhnlich, aber dennoch verständlich.

Auch am balaton kann man viele Deutschsprachige treffen. Im letzten Jahr wollte ein Deutscher die Richtung zur Bushaltestelle von mir wissen und fragte mich, ob ich deutsch spreche. Ich erklärte ihm den Weg, aber ich hatte Angst grammatisch etwas falsch zu machen. Auch die Befürchtung, dass mir die richtigen Wörter nicht einfallen würden, hatte ich. Erst später fiel mir auf, dass dieser Mann niemals benoten würde, wie ich deutsch spreche. Vielleicht verwunderte es ihn sogar ein wenig, dass im Ausland Menschen seine Muttersprache sprechen. Er freute sich über meine Auskunft und ich versuchte mich ein bisschen mit ihm zu unterhalten. Es erschien mir ungewöhnlich, dass er ein Gespräch mit mir begann. Die Ungarn und die Ungarinnen sind meistens nicht so offen, und ich gehöre leider auch ein wenig zu diesem Typus.

Eine andere gute Erfahrung habe ich mit einem Süddeutschen gemacht. Ich habe ihn in einem Chat kennengelernt, als ich Brieffreunde und Brieffreundinnen zum Zweck des gemeinsamen Austausches in deutscher Sprache suchte. Wir haben mehrere Jahre lang Kontakt gehalten. Er lebte acht Jahre lang in Ungarn und sprach auch ein wenig ungarisch. Ich habe von ihm sehr viele deutsche Wörter, einige Gewohnheiten und auch Rezepte gelernt. Über Skype haben wir meistens ungarisch gesprochen, manchmal aber auch deutsch und ich habe auf ungarisch oder deutsch geantwortet.    

Meine dritte Reise ins Ausland führte mich nach Rumänien. Da ich nicht weit von der rumänischen-ungarischen Grenze wohne, habe ich bereits einige Erfahrungen mit den rumänischen Leuten. Sie kaufen häufig in unserer Stadt Berettyóújfalu ein. Bei uns, also neben der Grenze, gibt es ein ebenso vorurteilsbeladenes Denken über Rumänien wie im Norden Ungarns über die Slowakei. „Dumme Rumänen!“ ist hier ein weit verbreiteter Ausspruch. Man behauptet, dass Rumänen und Rumäninnen durch ihren aggressiven, verantwortungslosen Stil beim Autofahren viele Unfälle verursachten. Ich habe aber andere Erfahrungen gemacht. Ich hatte eine rumänische Mitschülerin, wir hatten ein gutes Verhältnis, sie war ein bisschen nachlässig, aber sehr gutherzig. Wie man sich verhält, ist anscheinend auch sehr von der Zugehörigkeit zur sozialen Schicht abhängig.

Ein Stück weit international ist es auch in Debrecen. An der Uni Debrecen studieren viele ausländische StundentInnen. Die meisten kommen aus Japan, China, aus afrikanischen und arabischen Ländern. Meine Mutter warnte mich vor ihnen. Sie hatte ohne Gründe negative Vorurteile. Die afrikanischen Leute, mit denen ich mich treffe, studieren meistens Medizin, sie sind sympathisch. Oftmals haben sie mich aufgrund der durch Sprachbarrieren bedingten Probleme um Hilfe gebeten. Während sie englisch sprechen, beherrschen die Ungarn kaum Fremdsprachen.

Eine andere gute Sache weiß ich ebenso über ausländische StudentInnen in Debrecen zu berichten: Eine ehemalige Mitschülerin von mir hat einen afrikanischen Studenten kennengelernt, nach kurzer Zeit haben sie geheiratet und leben zusammen. Der Junge hat die Verantwortung für das gemeinsame Kind übernommen. Ich kenne auch ein Mädchen, die seit zwei Jahren einen japanischen Freund hat. Für sie war die Kultur ihres Freundes anfänglich ungewöhnlich, aber auch interessant. Gegenüber einer Bekannten sagte der Junge aus China, dass Ungarn sehr schön aber auch sehr, sehr klein sei. Das ist für mich interessant: China ist sehr groß, aber wie kann man wissen, wie kann man spüren, dass man selbst in einem sehr, sehr kleinen Land lebt?

Alexandra Antal

Wenn ich von einem mir unbekannten Land höre, dann beginnt meine Phantasie zu arbeiten, ein Bild zu malen. An Unbekanntes denke ich mit Phantasie, mit Farben. Ich stelle mir Leute, Autos, Tiere, Bäume vor und des öfteren ist es schon passiert, dass das wirkliche Bild eines Landes schlechter aussieht als ich es mir in meiner Phantasie ausgemalt hatte. Für mich bedeutet es Unbekanntem zu begegnen, also mit Fremdem konfrontiert zu sein, etwas Neues zu erleben. Im Ausland war ich bisher nur einmal in meinem Leben. Trotzdem erfahre ich auch in meiner Heimat viel über Unbekanntes.

Für mich sind Erfahrungen mit Fremdem nicht nur Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern, sondern, wie gesagt etwas Neues, das irgendetwas sein kann. Als ich nach Debrecen kam, war für mich alles neu, alles unbekannt. Der Prozess, sich die Stadt zu erschließen und sich die Fahrtstrecken der Buslinien zu merken, dauerte lange Zeit. Die Leuten waren anders als zu Hause im Bezirk Borsod-Abaúj-Zemplén, ich konnte mich zu Beginn daran nur schwer gewöhnen. Im Geschäft waren die Verkäufer und Verkäuferinnen unhöflich und wortkarg. Sie schienen keine Hilfsbereitschaft zu kennen.                                 

Heute werfe ich meine Augen anders auf die Welt, mein Horizont ist weiter geworden ist. Jetzt habe ich keine Angst vor den Leuten, die schwarz sind oder obdachlos. Im erweiterten Sinne des Wortes sind sie mir bekannt, nicht fremd. Ich unterhalte mich mit ihnen, ich bedauere sie nicht, ich sehe nicht auf sie herab, ich halte sie für Menschen wie mich, und sie sind wirklich gleich. Vielleicht ist die Kultur, die Sprache, die Denkweise, die Tradition unterschiedlich – diese Dinge müssen aber nicht gleich sein, um nebeneinander leben können.

Einerseits ist es wichtig, die Kultur und die Sprache der anderen zu lernen, weil wir nur durch diese Mittel einander wirklich verstehen können. Andererseits ist dies aber nicht unbedingt nötig. Mein Vater arbeitet ständig im Ausland, er hat schon in England, in der Türkei und in Deutschland gearbeitet. Er beherrscht die Sprachen nicht und kennt die Kulturen nicht, trotzdem konnte und kann er ohne Probleme mit Ausländern kommunizieren, „sprechen“. Wenn er darüber erzählt, über die Art und Weise, wie er das macht, dann muss man lachen. Er ahmt tierische Töne nach, er deutet alles an wie in einem Activity-Spiel und die Leute, mit denen mein Vater auf diese Weise kommuniziert, werden zu Freunden.

Es ist leichter, wenn wir eine gemeinsame Sprache verwenden können und über die Kultur der Anderen einiges wissen. Und trotzdem kann es ganz anders kommen als es im Lehrbuch beschrieben wird.  Im Sommer 2011 arbeitete bei einer Familie in Düsseldorf. In der Straßenbahn wollte ich die Fahrkarte beim Fahrer kaufen, die ich nur bei einem Automaten bekommen konnte und im Geschäft versuchte ich, das Geld in die Hände der Verkäuferin zu geben, aber diese nahm es ausschließlich vom Pult. Diese Sachen erschienen mir anfänglich etwas komisch. Binnen einiger Wochen hatte ich mich jedoch daran gewöhnt.

Meine größte Angst in diesem Zeitraum war es, allein zu sein. Vor allem in der ersten Woche hatte ich Angst. Ich hatte die Befürchtung mich zu verlaufen. Eine weitere Aufgabe bestand darin, die in meiner Gastfamilie verbreiteten Denkweisen zu verstehen. Bei der Familie, bei der ich zwei Monate lang gelebt hatte, herrschte freie Meinungsäußerung, die Kinder durften alles sagen und alles machen, es gab fast gar keine Grenzen. Die Kinder fuhren mit Rollschuhen durch das ganze Haus. Meiner Meinung nach ist dies ein Stück Freiheit zuviel.

Aufgefallen ist mir ebenso, dass die Leute in Düsseldorf sehr auf Äußerlichkeiten wie Kleidungstücke, Schmuck und Frisuren achten. Trotzdem bin ich vielen reichen, aber nachlässig gekleideten Leuten begegnet. Aus weißen Schuhen waren graue, fast schwarze Turnschuhe geworden, manche Frauen hatten zerrissene Strümpfe und Pullis mit Flecken an. Dieser Gegensatz, dieses ambivalente Verhalten die Kleidung betreffend, habe ich so verstanden, dass die Leute in den großen Städten im Westen auf Äußerlichkeiten achten, der Mode folgen – oder eben nicht. Einigen scheint es egal zu sein, ob sie ins Kino oder in die Oper gehen, die Kleider zwischen den Ereignisse sind nicht anders.

Auch über Speisen möchte ich sprechen. Das Thema Essen taucht fast immer auf, wenn zwei Kulturen – ganz unterschiedliche oder ähnliche, es ist egal – aufeinander treffen. Ich habe so unterschiedliche Speisen ausprobiert, dass mein Bauch den Kampf nach einer Woche aufgegeben hatte. Jede weiß, was passiert ist – ich habe in der Nacht zwei Stunden lang gekotzt. Die Soßen waren nicht meine Lieblingsgerichte, die Würste auch nicht, und ich muss mich auch nicht unbedingt dafür bedanken, die Garnele kennen gelernt zu haben. Ich konnte nur einfache Gerichte essen. Auf diese Weise habe ich allerlei Arten von Marmelade kennengelernt. Meine Kochkünste konnte ich ebenso präsentieren. Die ungarische Küche wird von den Deutschen einigermaßen anerkannt. Die Lieblingsgerichte der Kinder waren palacsinta und  pogácsa – ein Name, den die Kinder sich nicht merken konnten, weshalb sie dazu „rundes Dingsbums mit viel Käse“ sagten. Die ungarischen Palatschinken sind den deutschen Pfannkuchen sehr ähnlich, von den Palatschinken kann man aber mehr essen und sie schmecken besser.

Es gibt kulturelle Unterschiede. Aber ich meine, dieses Wort „fremd“ – es klingt zu kalt, zu starr. Ich würde es austauschen und stattdessen das Wort „unbekannt“ verwenden, weil das Wort „fremd“ eine negative Konnotation besitzt. Wenn etwas unbekannt ist, ist es nicht unbedingt negativ konnotiert. Unbekannte Sachen, Menschen, Landschaften und Phänomene sind für mich nicht furchterregend – sie sind einfach nur anders und sehr oft sehr interessant.

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