Hoffnung auf ein besseres Leben – Reflexionen zum Dokumentarfilm „Sag mir wo die Schönen sind…“

von Anette Spirnhirn

Ein Film über 9 junge Frauen, die auf Veränderung in ihrem Leben hofften. Dieser Dokumentarfilm mit dem Titel „Sag mir, wo die Schönen sind…“  von Gunther Scholz wurde von uns am 13. April im Untergeschoß des Cafés „Goldapfel“ in Berlin gesehen.

Im Film ging es um Frauen, die an einer von der „Leipziger Volkszeitung“ veranstalteten Misswahl teilgenommen haben. Ein junger Fotograf, Gerhard Gäbler, gestaltete im Mai 1989 ein filmisches Portrait der 20 Kandidatinnen. Er machte mit ihnen Interviews, sie sprachen mit ihm über ihren Alltag und ihre Träume. Davon wurden 9 Frauen ausgewählt, die am Film teilnahmen. Diese Frauen leben heutzutage in der Schweiz, in Dubai, im Westen Deutschlands und in Leipzig, damals aber in der DDR. Im Film kommen vor:

Simone Würges (42), verheiratet, ein Sohn (20), lebt in Neuwied bei Koblenz

Ines Kupfer (42), lebt in Leipzig,damals Kraftwerk Lippendorf

Regina Buchter (38), verheiratet, Innenarchitektin, lebt in Zürich

Simone Zinguire (40), verheiratet, zwei Kinder, lebt in Leipzig

Ramona March (41), damals Lehrerin und Pionierleiterin, lebt in Leipzig

Grit Pannier (39), verheiratet, betreibt eine PR-Agentur, lebt in Berlin und Dubai

Viola Meinig (39), verheiratet, zwei Kinder, lebt bei Leipzig

Diana Kaube (36), verheiratet, ein Sohn, lebt in Leipzig

Katrin Bormann (40) „Miss Leipzig ’89“, geschieden, eine Tochter (20)

Die ehemaligen Kandidatinnen der Wahl zur „Miss Leipzig“ erzählen im Film über die Veränderungen in ihrem Leben nach der Wende sowie die Bedeutung des Ereignisses der Misswahl. Gelobt wurde der Film vor allem aufgrund der spezifischen Form des Ineinanderflechtens von dokumentarischem Material aus der DDR-Zeit und der Gegenwart. Diesbezüglich schrieb Günter Agde in Neues Deutschland:

„Der Zeitsprung von damals zu heute ist ein bewährtes Dokumentarfilm-Prinzip: Der Kontrast wirkt besonders erfrischend, wenn er so locker und souverän mit gelebtem Leben aufgefüllt wird wie hier. Ebenso überzeugt der Verzicht auf jeden Autorenkommentar, denn das kunstvolle Ineinandersetzen der Aussagen der einzelnen Frauen in der Parallel-Montage braucht keinen Rat von außen.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s